Bewusst Leckerli einsetzen

Die Leckerli-Fütterung  ist oft ein Problem. Das kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Bei jedem Leckerli wird die volle Magensäureproduktion angeregt, so als ob es eine reguläre Mahlzeit gäbe.  Eine Handvoll Trockenfleisch (z.B. 50g) ergibt mindestens die dreifache Menge, wenn es im Magen aufgequollen ist. Besonders kleine Hunde sind dann schnell abgefüllt und haben dann keinen Hunger mehr, denn der Magen ist ja voll. Aber leider nicht mit den Nährstoffen die ein Hund z.B. besonders im Wachstum dringend braucht. Besonders wenn es sich nicht um mageres Trockenfleisch handelt was wir selbst gedörrt haben und nicht wissen welche Stoffe da sonst noch so mit drinn sind.

Viele Kauartikel und Leckerli sind minderwertig, enthalten viel zu viel Fett oder undefinierbare Inhalte und auch Getreide und andere phytinhaltige Nahrungsmittel und erhöhem den PH-Wert der Magensäure, so dass diese nicht mehr so sauer ist. Das  Phytin z.B. bewirkt u.a. das nicht mehr soviel Kalzium aufgenommen werden kann. Der höhere PH-Wert  wirkt nicht mehr so effektiv gegen Bakterien. Außerdem können das rohe Futter und besonders Rohfleischknochen nicht mehr so gut verdaut werden.
Häufiges und wahlloses Füttern von Leckerchen wird auf Dauer gesundheitliche Schäden hervorrufen.

Hundebeitzer wollen ihre Lieblinge mit Leckerlis erfreuen - ihnen im Trainig oder "einfach nur so" etws Gutes tun. Für die meisten Menschen ist es schwer darauf zu verzichten. Trotzdem sollten Sie Ihren Hunden und Katzen mit diesem Zusatzfutter kein Leid zufügen und sich über diese Art der Zufütterung genauso Gedanken machen wie über die gesunde Ernährung.

Ich schreibe hier gerne darüber  und gebe Ihnen auch erprobte Tipps zur eigenen Herstellung gesunder Leckerlis, die sie gezielt und möglichst wenig fürs Training und besondere Situationen einsetzen können. Am verträglichsten sind gedörrtes mageres Fleisch und gedörrte Innereien oder Leckerlis aus Obst mit Kokosmehl zum Beispiel.

Die besten und gesündesten Leckerli der Welt selber herstellen:


Wir sind schon lange davon abgekommen, die Leckerli für unsere Hunde fertig zu kaufen. Als Barfer, bzw. seit März 2021 RMF`ler bekommen unsere lieben kleinen Fellnasen nur Biofleisch vom Biohof im nächsten Dorf, Bio-Hühnerhälse und bestes Biogemüse (Bioland und Demeter) und von Zeit zu Zeit ist für sie auch eine Wachtel oder ein Stubenküken drin. O.K. das klingt alles sehr elitär, aber wir meinen, dass wir unsere Hunde nicht schlechter ernähren sollten als uns selbst. Ernährung ist uns halt wichtig.  

 Leckerli, deren Herkunft wir nicht kennen, bekommen sie einfach nicht. Den blumigen Bekenntnissen auf den Packungen vertrauen wir schon lange nicht mehr. Ochsenziemer und Trockenhaut sind tabu, weil viel, viel zu fett und die meisten Schadstoffe sammeln sich gerade im Körperfett der Tiere. Man kann davon ausgehen, dass nicht die gesündesten Tiere zu "Tiernahrung" verarbeitet werden.  Gut, lange Vorrede kurzer Sinn: Wir machen die Leckerli selbst und zwar aus Bio-Hühnerbrust. (natürlich funktioniert die Methode auch mit Supermarkt-Hühnerfleisch). Die Methode haben wir seit Jahren verfeinert und jetzt ist sie so weit ausgearbeitet, dass wir sie veröffentlichen können.  

Das Hühnerfleisch wird eingefroren, am besten in rechteckigen 1/2-Liter-Gefäßen. Das bei -18 Grad gefrorene Fleisch sollte dann eine gute Stunde (bis zu zwei Stunden) antauen, damit es leicht angetaut gut geschnitten werden kann.  Zum Schneiden der Hühnerbrust eignet sich am besten der Allesschneider E 16 Duo Plus von Ritter, weil dieser mit einem zweiten glatten (also nicht geriffelten) Schinken-/ Aufschnittmesser geliefert wird. Diese Anschaffung lohnt sich, wenn man regelmäßig Leckerli machen will. 

Das gefrorene Fleisch kann dann mit ca. 3 mm aufgeschnitten werden. Falls es noch zu hart ist, um leicht geschnitten zu werden, muss man noch eine halbe Stunde Auftauzeit hinzugeben. Es ist zwar auch möglich, das Fleisch mit einem scharfen großen Küchenmesser aufzuschneiden, aber so gleichmäßig wie mit dem elektrischen Allesschneider funktioniert das nie und Gefrorenes mit dem Messer schneiden ist immer etwas riskant, wenn man mal abruscht - aua. Und vor allem: es geht mit dem Allesschneider sehr schnell. Für eine Portion (ca. 500g) brauchen wir gerade mal 10 Minuten. 

Das aufgeschnittene Hühnerfleisch wird dann auf zwei, drei Blechen mit Silikonmatten (die roten Matten mit kleinen Pyramiden zum Trocknen von Pommes) ausgebreitet und im Backofen bei ca. 70 Grad getrocknet (die Ofenklappe mit einem Holzlöffel für einen kleinen Spalt offen halten.) Nach ca. 1 Stunde sollte das Fleisch von den Matten abgelöst und gewendet werden. Meist ist es nach zwei, maximal drei Stunden getrocknet. Es sollte so trocken werden, dass es mit wenig Aufwand in kleine Stücke zerbrochen werden kann. 

Die Hunde (alle Hunde, die wir kennen) und unser Kater sind total scharf auf das Zeug (und es schmeckt auch uns Menschen ... von welcher "Tiernahrung" kann man das schon sagen...)